Essen. Das hatte der EHC Neuwied in dieser
Eishockey-Saison noch nicht erlebt. Im zweiten Spiel der
Aufstiegsrunde zur Oberliga West kassierten die Bären beim
ehemaligen DEL-Klub EHC Moskitos Essen, der die Oberligasaison als
9. und damit Viertletzter beendet hatte, mit 2:9 (0:1, 1:5, 1:3)
eine dicke Packung. In der Regionalligasaison hatten die Neuwieder
von 16 Spielen nur drei verloren, davon nur eines mit zwei Toren
Differenz.
Doch in Essen gab's für die Bären eine wahre
Lehrstunde in Sachen Oberliga-Eishockey. Die Moskitos legten ein
höllisches Tempo vor, dem die EHC-Cracks einfach nicht gewachsen
waren. Hinten ging die Ordnung verloren, immer wieder wurden die
Bären zu unfairen Mitteln gezwungen und kassierten Strafzeiten,
sodass sich nie ein erfolgversprechender Spielrhythmus entwickeln
konnte.
Im ersten Drittel hielten die Bären den Schaden
noch im Rahmen, kassierten nur einen Treffer, den Damian Schneider
in der 8. Minute erzielte. EHC-Torwart Tim Kühlem verhinderte mit
tollen Paraden bei Doppelchancen von Dominik Scharfenorth (13.) und
Alexander Brinkmann (14.) weitere Gegentore, kurz vor Drittelende
vergab der Ex-Neuwieder Kai Schmitz für Essen das mögliche 2:0.
Im zweiten Spielabschnitt kam es dann knüppeldick
für das Team von Trainer Bernd Arnold. Erst traf Benjamin Musga zum
2:0 (24.), dann verschuldete Andreas Wichterich einen Penalty, den
Mikka Jäske zum 3:0 verwandelte (28.). Nach dem 4:0 durch den
gleichen Spieler nahm Bären-Coach Arnold eine Auszeit, um sein Team
auf das druckvolle Spiel des Gegners besser einzustellen, doch es
wurde nicht besser – im Gegenteil.
Nach dem fünften Essener Treffer durch Sebastian
Hasselberg (34.) nahm Arnold den bedauernswerten Keeper Tim Kühlem
vom Eis; dessen Nachfolger Alexander Neurath kassierte gleich das
nächste Tor, das 6:0 durch Sebastian Schröder (37.).
Bären-Winterzugang Philipp Büermann sorgte für
den ersten Lichtblick, als er auf 1:6 verkürzte, doch schon jetzt
war klar, dass es bestenfalls um eine kosmetische Ergebniskorrektur
handelte.
Im letzten Drittel gelang es den Bären, die
Partie etwas ausgeglichener zu gestalten und einige Torchancen
herauszuspielen. Doch treffsicherer waren nach wie vor die Moskitos.
Gordon Knopp erzielte in Überzahl das 7:1 (44.), Stephan Petry
verkürzte noch einmal auf 2:7 (46.) In der Schlussphase fiel in
Essener Überzahl das 8:2 (57.), und kurz vor Schluss beendete mit
Damian Schneider derselbe Essener Spieler den Torreigen, der ihn
auch eröffnet hatte.
Für Bären-Trainer Bernd Arnold sorgte vornehmlich
die mangelnde Cleverness seiner Schützlinge in 1-gegen-1-Situationen
für die deutliche Schlappe. Doch er stellte auch fest: „Wir wollen
unter die ersten Vier kommen, dafür muss es nicht unser Anspruch
sein, hier in Essen zu gewinnen.“
Einen kleinen Erfolg gab es übrigens doch für
Neuwied: Die rund 70 Bären Fans sorgten für wesentlich mehr Stimmung
als die etwa 600 Einheimischen und feuerten ihr Team
leidenschaftlich an – bis zum bitteren Ende.
Am Sonntag um 19 Uhr geht's für den EHC Neuwied
schon weiter; dann gastiert der Herner EV, Erster nach der
Regionalliga-Punktrunde, im Ice House.tn
RZ Neuwied vom Samstag, 20. Januar 2012