Neuwied.
Die ersten drei Spiele in der Aufstiegsrunde zur Oberliga West
sind absolviert. Der Vizemeister der Eishockey-Regionalliga NRW, EHC
„Die Bären“ Neuwied, hat mit seinen Heimsiegen gegen die nominell
besser eingestuften Teams aus Herford (4:3 nach Penaltyschießen) und
Herne (5:3) bereits für Furore gesorgt. Nun ruht die Scheibe im
Kampf um einen der vier Aufstiegsplätze. Am 29. Januar (18.15 Uhr,
auswärts) und 5. Februar (19 Uhr im Neuwieder Ice House) stehen für
die Bären zunächst die Halbfinalspiele im Rheinland-Pfalz-Pokal
gegen den Hessenligisten TSV Schott Mainz auf dem Programm. Im
Gespräch mit der Rhein-Zeitung zieht EHC-Trainer Bernd Arnold eine
Zwischenbilanz und spricht über:
Die Spiele in der Aufstiegsrunde
Sportlich ist die Oberliga unser Ziel. Dazu müssen
wir in der Aufstiegsrunde Vierter werden. Essen ist ein etablierter
Oberligist, Herne hat ebenfalls in dieser Saison bereits
Oberligaformat. Also müssen wir unsere Regionalligakonkurrenten
Darmstadt und Grefrath auf Distanz halten und außerdem zwei der drei
Oberligisten Herford, Krefeld und Netphen hinter uns lassen.
Insofern haben wir die drei Punkte gegen Herne momentan mehr als
geplant auf dem Konto.
Die aktuelle Personalsituation
Wir haben genug Alternativen im Kader, die Ausfälle
von anderen Spielern kompensieren können. Wir werden versuchen den
Fluch, der uns durch die Sperren von Slawomir Kiedewicz, Kai Kühlem
und Stephan Petry in der Aufstiegsrunde trifft, zu nutzen, indem wir
unseren Kader mit einigen Kölner DNL-Spielern auffüllen. Vielleicht
geht das ja schon am Sonntag im Pokalspiel in Mainz, damit sich
Jungs vorab ans Team gewöhnen.
Neuzugang Philipp Büermann
Ich hatte nicht eine Sekunde Bedenken, dass er ein
wichtiger Baustein für die Mannschaft werden würde. Dass er nach
drei Spielen schon fünf Tore auf seinem Konto hat, hätte ich
allerdings nicht gedacht.
Den Stellenwert des Pokals
Wir sind zwar fokussiert auf den Aufstieg. Aber wer
in die Oberliga will, darf nicht gegen eine Mannschaft verlieren,
die eine Klasse tiefer spielt. Für die Außendarstellung des Vereins
ist es wichtig, dass wir in den Spielen gegen Mainz Flagge zeigen.
Ich erwarte von jedem Spieler, dass er auch in diesen Spielen 100
Prozent Engagement und Einsatz bringt. Schließ-lich ist es ja auch
so, dass man sich schnell verletzt, wenn man ohne Spannung Eishockey
spielt.
Die Zuschauerresonanz
Da gibt es zwei Meinungen. Die einen sagen: „Was
wollt ihr eigentlich? Bei euch ist super Stimmung in der Halle. Ihr
habt viele Zuschauer, die eure Mannschaft unterstützen.“ Das stimmt
selbstverständlich. Und deshalb sage ich auch vielen Dank an alle,
die uns bis hierher begleitet und unterstützt haben. Die zweite
Meinung ist auf längere Sicht gerichtet. Die Frage lautet: „Was muss
die Mannschaft noch leisten, damit weitere Zuschauer ins Ice House
kommen?“ Klar ist, die Oberliga braucht mehr Geld als die
Regionalliga. Ein Schnitt von 750 oder mehr, auch wenn es nicht nach
Wunsch läuft, ist neben weiteren Sponsoren nötig. Und um den zu
erreichen, müssen in Topspielen auch mal 1000 oder 1200 kommen.
RZ Neuwied vom Mittwoch, 25. Januar 2012